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Handwerker Ratgeber - Tipps zu Dübeltechnik

Verfasst von DP-Cornex 16.09.2017 1 Kommentare Ratgeber und Tipps,

Ratgeber und Tipps zu Dübelarten und Technik

 

Ratgeber und Tipps zu Dübelarten und Technik

 

Nur der passende Dübel sorgt für sicheren Halt

 

Das System der Dübeltechnik muss man verstehen, um den richtigen Dübel auswählen zu können. In Baumärkten herrscht oftmals ein wüstes Durcheinander verschiedener Dübelsorten, und unwissende Kunden und Kundinnen finden keine Fachberatung. Umfragen haben ergeben, dass die überforderten VerkäuferInnen oft nicht einmal nach dem Untergrund fragen, in den ein bestimmter Dübel eingesetzt werden soll. Genauso fehlt die Frage nach der Belastung, welche das zu befestigende Bauteil später tragen soll.


Nachfolgend wollen wir Licht in das Dunkel der Vielseitigkeit in der Dübeltechnik bringen. Fakt ist, dass es für nahezu jeden Befestigungsuntergrund auch den tragfähigen Dübel gibt. Mit der richtigen Kombination aus Dübel, Untergrund und Bohrtechnik erzielt man zuverlässige Ergebnisse.

 

Der Allzweckdübel als (fast) Alleskönner

 

Dieser Dübel liegt häufig dem Montagezubehör bei, wenn man eine Leuchte, einen Schrank oder sonstiges gekauft hat. Er in seitlich dreifach unterschiedlich konturiert, und an seinem Boden ist er mit einer „Dübelmutter“ ausgestattet. Sie besteht aus dickerem Kunststoff, in dem die eingedrehte Schraube greift. Der Dübel spreizt und verknotet sich im Montageuntergrund.


Der Allzweckdübel eignet sich für leichte Befestigungen in Vollziegeln, in Beton und Kalksandstein. In Hohlziegelwänden läuft er durch sein „Knautschverhalten“ zu größter Form auf. Allzweckdübel sind in den Außendurchmessern von 5 bis 14 mm erhältlich.

 

Der Spreizdübel, das Original

 

Er ist die Ausgangsform des Kunststoffdübels. Der Spreizdübel besteht aus einer seitlich geschlitzten Kunststoffhülse mit Flügelchen. Dreht man eine Schraube in diese Hülse, spreizt sie sich auf und presst sich gegen die Wandungen des Bohrlochs. Die Flügelchen gleichen Unebenheiten und lose Stellen im Bohrloch aus und geben noch besseren Halt.


Spreizdübel sind in allen festen Baustoffen wie Vollziegel, Beton oder Kalksandstein einsetzbar. Sie sind in den Außendurchmessern von 4 bis 20 mm erhältlich. Mit ihnen erzielt man zuverlässige Verbindungen für leichte bis moderate Tragkraft.

 

Porenbetondübel

 

Porenbeton (Gasbeton) hat nur eine geringe Dichte. Ein Spreizdübel kann seine eigentlichen Eigenschaften hier nicht entfalten. Für diesen Anwendungszweck gibt es die Porenbetondübel. Sie werden in das Bohrloch eingeschlagen und finden durch ihre äußere Kontur ihren Halt. Beim Anschrauben von Gegenständen unterbleibt die Spreizwirkung, und deshalb wird der Porenbeton nicht auseinandergetrieben. Diese Dübel gibt es aus Kunststoff und Metall. Erstere eignen sich für geringe Belastung. Metall-Porenbetondübel werden für höhere, aber dennoch begrenzte Belastung verwendet.

 

Gipskartondübel für den Trockenbau

 

Die Gipskartondübel bestehen aus Kunststoff und sind mit einem groben Schneidgewinde ausgestattet. Um sie zu verwenden, muss ein für den Dübel vorgeschrieben großes Loch gebohrt werden. Dann wird der Dübel mit einem flachen Spezialwerkzeug eingeschraubt (liegt meist der Packungseinheit bei).


Beim Gipskartondübel entscheidet die Tragkraft der Wand mit über die Höhe der möglichen Belastung. In einer einfach beplankten Gipskartonwand kann selbst dieser Dübel nur geringe Lasten aufnehmen.

 

Hohlraumdübel und Federklappdübel, ebenfalls für den Trockenbau

 

Er ist die kräftigere Variante des Gipskartondübels. Hohlraumdübel bestehen aus einer geschlitzten Metallhülse mit unterseitigem Gewinde. Sie werden in das vorgebohrte Loch eingedrückt und mit einer Spezialzange zusammengezogen. Dabei spreizt sich die Metallhülse im Inneren der Hohlwand auf und erzeugt so eine größere Auflagefläche für den Dübel.


Bei entsprechend tragfähigem Wandaufbau können Metallhohlraumdübel mittelschwere Traglasten aufnehmen.


Federklappdübel sind besonders für Hohlraumdecken aus Gipskarton oder Spanplatten geeignet. Sie bestehen aus einem Gewindestab mit vorderer Mutter oder mit einem Ende in Form des Deckenhakens. Auf dem Gewinde sind zwei Metallflügel federnd gelagert. Diese werden bei der Montage zusammengedrückt und der Dübel wird in ein entsprechend großes Bohrloch eingeschoben. Die Flügel klappen in der Hohlwand auf und erzeugen so eine circa fünf Zentimeter große Auflagefläche, beispielsweise für Deckenleuchten mit Pendelaufhängung.

 

Nageldübel für den schnelleren Montagefortschritt

 

Nageldübel dienen der nicht mehr zerstörungsfrei lösbaren Befestigung von Installationskanälen, Trockenbauschienen und ähnlichen Materialien. Sie bestehen aus einer Kunststoffhülle mit oberseitigem Kragen und einem Nagelstift mit angerautem Gewinde. Bei der Montage wird ein Loch sowohl in der Wand als auch im Kanal/in der Schiene vorgebohrt, in welches der Dübel mit dem Hammer eingeschlagen wird.


Nageldübel ermöglichen kürzere Montagezeiten als Dübel, die mit Schrauben verwendet werden.

 

Schwerlastdübel für Klimmzugstangen und den Trassenbau

 

Schwerlastdübel bestehen aus Metall. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen für gerissenen und ungerissenen Beton. Dies ist eine bauphysikalische Bezeichnung, die nichts mit defektem Beton zu tun hat. Im Zweifelsfall verwendet man immer Schwerlastdübel für gerissenen Beton.


Es gibt diese Dübel in verschiedenen Ausführungen mit Außen- oder Innengewinde. Sie benötigen ein Bohrloch im exakt vorgeschriebenen Durchmesser, welcher fast immer auf dem Dübel angegeben ist. Sonst funktioniert das System nicht.


Schwerlastdübel verkeilen sich beim Anschrauben des Gegenstandes im Bohrloch und bilden eine unlösbare Verbindung. Sie sind für schwere Traglasten geeignet, dürfen aber nur in Beton verwendet werden.

1 Kommentare

Viktoria Maisner:
08.11.2017, 05:53:05
Antworten

Hallo zusammen, vielen lieben Dank für diesen informativen Beitrag. Vor kurzem habe ich bei einer Inventur geholfen die Lagerausstattung zu zählen. Durch Zufall bin ich auf euren Blog gekommen. Ich wusste bisher gar nicht, dass es so viele unterschiedliche Arten von Dübel gibt.

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